Die Geschichte vom Gewitter
Für Ayasha waren Gewitter, Schüsse und vor allem Silvester schon immer eine absolute Herausforderung. Und nicht nur für ihn... meine Nerven liefen auf Hochtouren. Warum? Na ja, mein Hund fängt z. B. bei Gewitter an, ununterbrochen zu bellen.
Er bellt das Gewitter durchs Fenster an, er bellt mich an, er bellt die Luft an. Rausgehen? - Unmöglich! Und glaubt mir, ich hatte alle Möglichkeiten durch, um ihm zu helfen. Vor ungefähr 3 Wochen war hier wieder ein starkes Gewitter. Ich war ehrlich gesagt schon vorher gestresst, ich wusste ja, wie es abläuft. Als der erste Donner da war, hab ich die Türe aufgemacht und rausgeschaut. Ayasha stand neben mir, nicht wie sonst bellend hinter mir. Mir war schnell klar: irgendwas ist heute anders. Also bin ich raus, Ayasha mit. Er hat an drei Büschen markiert, kein einziges Mal gebellt. Wir sind noch den ganzen Garten abgelaufen. Erst als es einmal richtig laut und nah gedonnert hat, wollte er wieder rein.
Und ich? Ich hab mich einfach auf die Stufe vor der Eingangstür gesetzt und das Haus bewacht.
Und mein Hund? Er lag ruhig auf seiner Decke und hat ab und zu kontrolliert, ob ich noch auf meinem Posten bin.
Ab dem Tag sitze ich immer bei einem Gewitter vor der Türe auf meinem Wachposten! Irgendwann hat mich meine Nachbarin gesehen und gefragt, ob bei mir alles in Ordnung ist. Sie hat sich Sorgen gemacht. Ich saß da mit einem Buch und einem alkoholfreien Radler - ich musste echt schmunzeln. Ich glaube, ich habe ziemlich verwahrlost ausgesehen.
Und wenn es jetzt mitten in der Nacht donnert, lehne ich halb schlafend am Schlafzimmerfenster und bewache da.
Vielleicht sollte ich einen Hut an die Straße stellen? Der Tipp kam von einer Freundin. Ich halte euch mal auf dem Laufenden.............
Bis zum nächsten Mal
Eure Hausbewacherin Ingrid